CSD in Essen – mehr als nur bunt

August 7, 2013 in Kultur

Unser Reporter Meiko Huismann hat sich am vergangenen Samstag unter das bunte und feiernde, aber auch auf den Kern des Christopher Street Days bedachte Volk gemischt. Hier sein Erfahrungsbericht:

Bei diesen sommerliche Temperaturen kann man einige coole Sachen machen. An den See fahren, sich eine Abkühlung im Freibad holen oder einfach mit Freunden im Park entspannen. Man kann sich aber auch einfach mal für Gleichstellung in der Gesellschaft einsetzen. So geschehen am vergangenen Wochenende auf dem Essener Kennedyplatz, denn dort fand zum zehnten Mal der Christopher Street Day statt. Unter dem Motto „Gleiche Rechte nur mit Uns“ feierten am Freitag und Samstag etwa 12.000 Teilnehmer. Darunter Homosexuelle, Transsexuelle und Intersexuelle Frauen und Männer.

Am Freitagabend starteten die Feierlichkeiten mit einem großen Karaokesingen auf der Hauptbühne am Kennedyplatz. Am Samstag begannen der CSD bereits um 12 Uhr mit der „Kumpelparade“. Diese führte vom Willy-Brandt-Platz über die Kettwigerstraße hinunter und endete wiederrum am Kennedyplatz, wo ein buntes Bühnenprogramm mit Livemusik und einer Podiumsdiskussion auf die Gäste wartete.

CFM Reporter Meiko beim CSD

Es waren viele Infostände aufgebaut von verschiedensten Homosexuellenvereinen, aber auch die großen Parteien durften nicht fehlen, immerhin ist ja bald Bundestagswahl. Unsere Universität war ebenfalls mit einem Infostand vertreten. Das Homosexuellen Referat SchwuBiLe informierte interessierte Besucher über die Aktivitäten von und für Homosexuelle an der UDE. Mitorganisator und Vorsitzender des Vereins „Essen Andersrum e.V.“, Thomas Stempel, war hoch zufrieden mit dem diesjährigen CSD. Er ist sehr erfreut darüber, dass der Essener CSD mit den Jahren immer mehr Besucher und Teilnehmer registrieren konnte.

Es wurde aber nicht nur gefeiert, auch der ernste Hintergrund des Festes wurde bedacht. Deutschland ist im Vergleich zu anderen Regionen der Welt zwar tolerant, dennoch gibt es auch hierzulande noch Nachholbedarf. So wurde die steuerliche Gleichstellung homosexueller Paare, sowie auch das Adoptionsrecht thematisiert. Auch ein Blick über den Tellerrand wurde gewagt. Die Situation in Russland beispielsweise (dort sorgt ein striktes Anti-Homosexuellen-Gesetz für weltweite Besorgnis) war ein Thema, ebenso wie die Situation von Homosexuellen in Entwicklungsländern. Denn in vielen afrikanischen Ländern kann man für seine sexuelle Orientierung mit dem Tode verurteilt werden.

Alles in allem war es eine rundum gut organisierte friedliche Veranstaltung. Es wurde ausgiebig gefeiert ohne aber den ernsten Hintergrund zu vernachlässigen. (mh)

 

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