Semesterticket soll teurer werden

August 8, 2013 in Hochschulpolitik

Das Tolle am Studileben – also so neben 1.000 Klausuren und dreimal so viele Hausarbeiten – ist doch auf jeden Fall unser Semesterticket. Einmal quer durch NRW und keine Gedanken um die Fahrkarte machen. Und das ja eigentlich zu einem ganz fairen Kurs oder?! Aber genau daran soll sich bald etwas ändern.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hat eine große Bombe platzen lassen. Unser Semesterticket für NRW soll bald um über 40 % teurer werden. Ein ziemlicher Schock erst einmal für die Studierendenvertretungen. Die stehen jetzt alle in Verhandlungen mit dem VRR und werden versuchen, die Preiserhöhung etwas zu drücken. Der erste Vorschlag vom VRR ist, ab dem Sommersemester 2014 die Preise schrittweise anzuheben. Über welchen Zeitraum genau, wurde noch nicht diskutiert.

Auch die 40 % selbst sind erst einmal nur ein Gedankenspiel vom VRR. Aber die Richtung ist klar, der Verkehrsverbund will mehr Geld mit uns verdienen. Ein kleines Rechenbeispiel verdeutlicht, um welche Summen es eigentlich geht. Wir haben knapp 40.000 Studierende an der UDE. Und fast jeder muss das Semesterticket kaufen – bei jeder Rückmeldung. Die Kosten: 212 Euro im Jahr. Macht über 8.000.000 Euro von der UDE . Das dann auf alle Vertragsunis und Hochschulen gerechnet macht deutlich über 30.000.000. Eine Summe, man natürlich gerne etwas anheben möchte. Zumal das Semesterticket ja ein Zwangsticket ist. Die Pressesprecherin des VRR betonte zwar bei einem Telefonat, dass das Studiticket nur eine Säule neben den anderen Abomodellen sei, dennoch ist diese Summe ein fest eingeplanter Posten im Budget und erspart dem VRR Personal für zusätzliche Einzelticketverkäufe an Studierende.

Die angestrebten 40% Preisanstieg sind auch keine normale Anpassung. Die Verwaltung argumentiert, immer mehr Studierende nutzen Bus und Bahn und fahren auch viel längere Strecken. Darum müsse man das stark subventionierte Ticket langsam mal an die Realität anpassen und darum jetzt auch der Vorschlag. Und selbst wenn das Semesterticket im Preis um über 41 Euro steigen würde, sei das Preis-Leistungs-Verhältnis weiterhin sehr gut, betont die Pressestelle.

Jetzt ist unser AStA gefragt. Interessant an der ganze Sache ist nämlich: Wir haben ein gehöriges Druckpotential. Ab 10 % Preiserhöhung müssen die Studierenden an der UDE nämlich in einer Urwahl über das Ticket neu abstimmen. Sollte diese Wahl dann negativ ausfallen, steigt die UDE aus dem Rahmenvertrag aus, das Semesterticket würde wegfallen. Damit wird jedenfalls unser AStA drohen. Das realistische Mindestziel scheint klar zu sein: Die 10 % Preisanstieg pro Jahr dürfen nicht überschritten werden, sonst droht die Aufkündigung des Vertrages. Ab Ende September wird sich das VRR-Parlament dann außerdem treffen und über die künftigen Konditionen abstimmen.

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