Sicher nach Hause mit dem Heimwegtelefon

Januar 22, 2014 in Tipp

Wer kennt es nicht? Die Party ist zu Ende. Man will nach Hause, aber keiner wohnt in der Nähe! Und Geld für ein Taxi ist auch nicht mehr drin.
Man läuft nachts allein durch die Straßen, um von der Bushaltestelle nach Hause zu kommen und der Weg im Dunkeln ist unendlich lang. Jeder Mensch, der einem begegnet, kann ein potenzieller Angreifer sein. Hinter jedem Busch oder jeder Ecke könnte etwas lauern…Man holt alibimäßig sein Handy aus der Tasche, um sich nicht allein zu fühlen. Die Mama kann man nicht anrufen, weil sie schon schläft, der Freund muss früh raus…was nun? Und da kommt das Heimwegtelefon ins Spiel.
Francis Berger aus Berlin und Anabell Schuchhardt aus Hamburg (ehemalige LuM-Studentin an der Universität Duisburg-Essen) haben vor vier Wochen diese Organisation in Berlin gegründet. Sie schlagen sich die Nächte um die Ohren, um Partyschwärmern Gehör zu verschaffen: nehmen ehrenamtlich Anrufe entgegen, um jungen Mädels Sicherheit auf dem Nachhauseweg zu geben.

Freitags und samstags von 22 – 2 Uhr morgens kann man anrufen. Kurz den Standort durchgeben und ihn alle paar 100 Meter erneuern, damit die freiwilligen Telefonbetreuer genau wissen, wo man sich befindet. Und ganz nebenbei kann man ein bisschen plaudern und die Geschehnisse der Partynacht Revue passieren lassen. „Man muss sehr gut in Smalltalk sein. Man muss über das Wetter, über Weihnachten oder über die Uni reden können. Es kommt halt immer sehr auf die Person an, die gerade am Hörer ist“ erklärt Anabell ihre Telefongespräche. Lange Pausen kommen aber eigentlich nie zustande. „Ich habe immer ein paar Fragen in petto, falls die Person schweigt“, verrät Anabell schmunzelnd. Und so erfährt sie allerhand Sachen über die Stadt und die Umgebung.

Die Idee zur Telefonbetreuung wurde aus Schweden übernommen. Da ist schon länger eine Hotline direkt bei der Polizei eingerichtet, um vor Angreifern zu schützen. Anabell und Frances wollen vor allem Sicherheit vermitteln und Angreifer abwehren. Im Ernstfall würden sie sofort die Polizei rufen. Der ist aber zum Glück noch nicht eingetreten.

Die Hotline befindet sich in Deutschland noch in der Testphase, freiwillige Helfer werden gesucht, damit das deutschlandweite Netz noch weiter ausgebaut wird, wenn die Leitungen nachts heiß laufen.

Also, liebe Angsthasen, Frauen, sowie Männer – ja, wie Anabell erzählt, hatte sie auch schon zwei Männer in der Leitung: Speichert euch die Nummer im Handy ein: 030-120 74 1 82. Es kann ja sein, dass ihr am Wochenende ein wenig Unterhaltung beim Nachhausegehen braucht, wenn das Herz mal wieder bis zum Hals pumpt 😉

Oder informiert euch unter

http://www.heimwegtelefon.de/

Julia Kübel

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