Hochschulen Aktuell KW 42

Oktober 16, 2014 in Hochschulen Aktuell

Deutsches Studentenwerk nimmt Stellung zum neuen Bafög-Gesetz
Die 25. Bafög-Novelle wurde vom Bund verabschiedet. Wie bildungsklick.de berichtet, sollen demnach u.a. zum Wintersemester 2016/2017 die Bedarfsätze und Freibeträge um sieben Prozent steigen und das Wohngeld um 25 Euro erhöht werden. Dem steht das Deutsche Studentenwerk (kurz: DSW) positiv gegenüber, fordert aber auch eine zügigere Umsetzung der Reform. Der Generalsekretär des DSW Achim Meyer von der Heyde bringt wichtige Verbesserungsvorschläge ein: Erstens sei die siebenprozentige Erhöhung der Bedarfsätze erstmals seit 2010 gut, müsse aber regelmäßig erhöht werden, um sich so dem Einkommen und den Preisen gleichmäßig anzupassen.Zweitens wolle das Studentenwerk eine allgemeine Erhöhung der Bedarfsätze um 9,7 Prozent. Diese soll nicht nur die Studenten betreffen, die Wohngeld erhalten. Außerdem solle vermehrt in den Ausbau von kostengünstigen Wohnheimen investiert werden. Als letzten Punkt sieht das Studentenwerk einige kleine kostengünstigere Punkte, die schon zu Beginn des Jahres 2015 umzusetzen seien. Dies seien u.a. der höhere Kinderbetreuungszuschlag sowie das Bafög nicht an den Mini-Job von 450 Euro zu bemessen. [jk]

 „Agendakongress“ zur Energiewende tagte vorgestern in Berlin
Der „Agendakongress“ ist Teil des „Forschungsforums Energiewende“, welche vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiiert wurde. Vorgestern tagten ca. 300 Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Dies sei, wie Bildungsministerin Wanka betonte, wichtig, da nur gemeinsam ein erfolgreicher Umstieg auf erneuerbare Energien erreicht werden könne. Thematisiert wurde u.a. der Verbleib des überschüssigen Stroms, des sogenannten „Power to X“. Dieses X wird disktutiert: Wie kann man erneuerbare Energien umwandeln – in Methan, Wasserstoff oder Wärme? Intelligente und flexible Netze sowie neue Speichertechnologien waren auch Kernpunkte der Vorträge. Wie Wanka sagte, müsse sich die Wissenschaft mit ganzer Kraft einbringen, um alle noch offenen Fragestellungen der Energiewende bestmöglich umzusetzen. So werden die Resultate des Agendaprozesses in das Energieforschungsprogramm der Bundesregierung einfließen. [jk]

Streit um Finanzierung von Hochschulforschung
Die Hochschulrektorenkonferenz, kurz HRK,fordert Bund und Länder dazu auf, ihren Streit bezüglich der Programmpauschale zu beenden. Dies geht aus einer Pressemitteilung der HRK hervor.
Laut HRK-Präsident Prof. Dr. Horst Hippler sei es die Pflicht des Bundes, die Hochschulforschung teil zu finanzieren. Geschehe dies nicht, so könne man viele Forschungsprojekte nicht durchführen. Dabei kritisiert der HRK-Präsident vor allem, dass die Forschung an außeruniversitären Einrichtungen komplett finanziert werde. Hochschulen und ihre Forschung dagegen werden benachteiligt.Deswegen ist das Ziel, noch dieses Jahr eine Programmpauschale von 25 Prozent zu erreichen. Bis 2020 soll die Hochschulforschung vom Bund komplett finanziert werden.[ld]

Hochschulen fordern verstärkte Zusammenarbeit mit Wirtschaft
Universitäten schlagen nicht nur wissenschaftlichen, sondern auch finanziellen Profit aus wirtschaftlichen Kooperationen. Deshalb wollen jetzt mehr als 90 Prozent der Rektoren und Präsidenten deutscher Hochschulen(,) ihre Zusammenarbeit mit diversen Unternehmen ausbauen. So der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.
Insgesamt konnten Hochschulen im letzten Jahr durch erfolgreiche Kooperationen mit der Wirtschaft(,) Forschungsmittel von rund 1,7 Milliarden Euro erzielen. Deswegen fordern Hochschulen verstärkte Zusammenarbeit. Außerdem wollen sie sich um neue Aufträge aus der Wirtschaft, sowie um neue Stiftungsprofessuren kümmern.
Grund für die Kooperationen sind vor allem zusätzliche Finanzierung, aber auch bessere Berufsperspektiven und Wissensaustausch. Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbands, fordert aus diesem Grund, dass der Staat die Zusammenarbeit mit Hilfe von Matching-Funds unterstütze. Ob dieser Vorschlag in nächster Zeit umgesetzt wird, ist noch nicht bekannt. [ld]

Forderung höherer Bafög-Sätze
Viele Experten begrüßen die anstehende Bafög-Reform. Gleichzeitig wird jedoch kritisiert, dass die Bafög-Reform zu spät in Kraft tritt und die Erhöhung von sieben Prozent nicht ausreicht. Das berichtet eine Pressemeldung des Deutschen Bundestags.
So sagt zum Beispiel Daniel Gaittet vom Freien Zusammenschulss von Studentinnenschaft, dass der neue Entwurf enttäuschend sei. Er selbst fordert einen Vollzuschuss des Bundes. Außerdem sollte Bafög unabhängig vom Einkommen der Eltern, dem Alter und der Herkunft berechnet werden. Die stellvertretende Generalsekretärin der Hochschulrektorenkonferenz Brigitte Goebbels-Dreyling unterstützt Gaittet in seiner Kritik und rät, Bafög für Teilzeitstudenten einzuführen. Und auch Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, schlägt vor, dass man weniger kostenintensive Punkte der Reform zeitlich vorziehen sollte. [ld]

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