Hochschulen Aktuell (13.07.2020)

Betroffene zum Thema Gleichstellung an Hochschulen

Weniger als jede vierte Professur in Deutschland ist mit einer Frau besetzt. Der Frauenanteil in der Wissenschaft sinkt mit steigender Qualifikation. Und nach wie vor verdienen Frauen schlechter als Männer. Somit ist das Thema Gleichstellung an deutschen Hochschulen offensichtlich noch ein wichtiges Thema. Eine aktuelle Studie aus dem Institut Arbeit und Qualifikation wollte wissen, wie Betroffene selbst mit den Gender- und Gleichstellungsfragen umgehen und wie sie diese als Führungskräfte in ihren beruflichen Alltag übertragen. Laut der UDE wurden dazu an vier Universitäten 40 Professorinnen und Professoren aus unterschiedlichen Fachgebieten befragt.

Die Befragten kritisierten die „Familienfreundlichkeit“, welche an den Hochschulen für die Vereinbarkeit von Beruf und Sorgearbeit steht. Das Projekt „Familienfreundlichkeit“ verfestige die Geschlechterstereotypen, da vorranging die familiäre Belastung von Frauen thematisiert werde. Forscherinnen fordern daher, auch Männer als sorgetragende anzusprechen. Ein weiterer Kritikpunkt sei die starke Wettbewerbsorientierung in der Wissenschaft, welche Frauen immer noch häufig aus der wissenschaftlichen Karriere aussteigen lasse.

Prof. Dr. Ute Klammer betonte zudem, dass die Gleichstellungsforschung auch dazu beitragen müsse, andere strukturelle Probleme an den Hochschulen besser zu erkennen. Es ginge um die fundamentale Frage: Was das Verständnis von exzellenter Wissenschaft sei und wie Einrichtungen so aufgestellt werden können, dass ihnen keine Talente – Frauen wie Männer – verloren gehen.

UDE bleibt beste deutsche Universität

Das Times Higher Education, kurz THE, beurteilt jährlich die forschungsstärksten Unis der Welt. In verschiedenen universitären Kategorien wie Lehre, Forschung, Wissenstransfer und internationale Ausrichtung erfolgt die Bewertung anhand von Leistungsindikatoren. Wichtig dabei ist, dass die Indikatoren weit abseits von subjektiven Bewertungsfaktoren liegen, da diese vorranging traditionellen Unis nützen würden.

Auch die UDE wurde in verschiedenen Disziplinen bewertet. Im direkten Vergleich mit etablierten Universitäten liegt sie dabei unter 1397 Unis weltweit auf Platz 194. Laut UDE konnte besonders im THE-Zitationsindex gepunktet werden, bei dem sie im weltweiten Ranking Platz 103 und im bundesweiten Ranking sogar Platz 5 einnimmt.

Besonderen Grund zur Freude hatte die UDE über ihren Platz im Young University Ranking, also Unis, die noch keine 50 Jahr alt sind. Hierbei belegte sie den 16. Platz und blieb somit die beste deutsche Universität in dieser Kategorie. Schon das fünfte Jahr in Folge zählt die UDE damit zu den Top 20 der besten jungen Universitäten weltweit.